Recording Pioneers


Maximilian Paul SCHIFF  1860 - 1943   arrowarrow PIONEER    PARENTS    LIFE    NOTES    LABELS    PHOTOS    THANK YOU

PIONEER

Maximilian Paul SCHIFF  1860 - 1943

aka Maximilian P. Schiff, Max P. Schiff, Max Schiff, M. P. Schiff
nationality
occupation factory owner
birth 6 July 1860, Vienna, AUSTRIA
baptism
death 12 Mar 1943, Theresienstad Ghetto (Theresienstadt (Czech: Terezín was a hybrid concentration camp and ghetto established by the SS during World War II in the fortress town Terezín, located in the Protectorate of Bohemia and Moravia (a German-occupied region of Czechoslovakia)).
burial
marriage married on 19 Feb 1893, Stadttempel, Vienna, AUSTRIA
Josephine (Josefine) Francizska VON KÖNIGSWARTER

b. 23 Dec 1870, Vienna, AUSTRIA
d. 13 Mar 1929, Vienna, AUSTRIA

children
  • Johanna Luise Paul

    b. 3 Dec 1893, Vienna, AUSTRIA
    d. ...........

  • Theodor Paul

    b. 8 Nov 1895, Vienna, AUSTRIA
    d. 5 Feb 1962, ........

  • Marianne Rosalie Paul

    b. 28 May 1898, Vienna, AUSTRIA
    d. ..............

  • Moritz Emil Paul

    b. 29 Dec 1902, Vienna, AUSTRIA
    d. ...........


PARENTS

father Paul SCHIFF banker

b. 12 Jan 1829, Frankfurt, Hesse, GERMANY
d. 4 June 1893, Vienna, AUSTRIA

mother Rosa WARBURG

b. 16 Apr 1833, Hamburg, GERMANY
d. 14 Dec 1908, Vienna-4, AUSTRIA

children
  • Johanna

    b. 30 Sep 1857, Vienna, AUSTRIA
    d. 2 Dec 1915, Berlin, GERMANY

  • Helene

    b. .... 1860, Vienna, AUSTRIA
    d. 15 Apr 1924, Vienna, AUSTRIA

  • Maximilian Paul

    b. 6 July 1860, Vienna, AUSTRIA
    d. 12 Mar 1943, Theresienstad Ghetto

  • Rudolf Paul

    b. 29 June 1865, Vienna, AUSTRIA
    d. 26 Jan 1941, ......., BELGIUM

  • Charlotte

    b. 28 Apr 1870, Vienna, AUSTRIA
    d. 26 Feb 1927, Vienna, AUSTRIA


LIFE



Die Fa. Schiff und Co. befand sich im Bereich der heutigen Alfred Hornstrasse. Paul Schiffgasse., Lenzgasse. Arbeitergasse, Radetzkystr, Schwechat-Wien. Die Firma erzeugte Kohlespitzen, Schallplatten und Ähnliches. Von der Firma blieben bis in die heutige Zeit nur 3 Gebäude erhalten


Banker Otto Thorsch (1858-1934) trat Mitte der 1890er-Jahre als Einzelprokurist in den Dienst der Fa. Schiff & Co., die in Klein-Schwechat (Schwechat) eine Fabrik für Graphitelektroden, Farben und Lacke betrieb; 1895–1918 Prokurist


See page IV of letter of 4 December 1906 from Karl Friedrich Vogel (Vienna) to Theodore B. Birnbaum (London):
The Odeon has now constantly a recorder here [in Austria] and presses the records half an hour from Vienna.


Ein neuer österreichischer Industriezweig. Näheres über die Fabrikation der Schallplatten in Österreich (Mit 6 Illustrationen)

Die Tatsache, daß jährlich Schallplatten, Phonographenwalzen, Sprechapparate und ähnliche Maschinen im Werte von ungefähr 7,915,000 Kronen nach Österreich-Ungarn eingeführt werden, bot der Firma Schiff & Co. in Schwechat (Fabrik elektrischer Kohlen) Veranlassung im Jahre 1905 die Frage zu studieren, ob es nicht möglich wäre, die Fabrikation dieser Artikel in der Monarchie aufzunehmen. Das Ergebnis eingehenden Studiums bildete die Erkenntnis, daß für die Herstellung von Schallplatten ein großer Teil der vorhandenen Maschinen verwendet werden konnte, worauf sich die Firma Schiff & Co. mit der ein vorzügliches Fabrikat liefernden International Talking Machine Co. in Weißensee bei Berlin in Verbindung setzte und die Fabrikation von Schallplatten durch eigene Techniker in Berlin und England ein Jahr lang studieren ließ. Auf Grund der dort gewonnenen Erfahrungen stattete die Firma Schiff & Co. ihre neue Schallplattenfabrik in Schwechat mit den vollkommensten Maschinen und Einrichtungen aus, so daß nach einer kurzen Versuchsperiode, während welcher das erzeugte Fabrikat nicht verkauft wurde, Schallplatten hergestellt werden konnten, welche qualitativ jedem ausländischen Konkurrenzfabrikat zumindest gleichwertig sind.
Nachstehend wollen wir in kurzem den Vorgang bei der Fabrikation von Schallplatten in der Schwechater Fabrik beschreiben, indem wir bezüglich der Aufnahme von Tonstücken und bezüglich der Herstellung der Matrizen auf die vorangegangenen Artikel verweisen.
Das Rohmaterial wird mit der Hand genau sortiert und einer sorgfältigen Reinigung unterzogen, da jede Verunreinigung des Materials nicht bloß die Qualität der Platten ungünstig beeinflußt, sondern auch eine Beschädigung der Matrize herbeiführt. Nach Zerkleinerung des gereinigten Rohmaterials werden sodann die einzelnen Bestandteile in eigens für diese Zwecke konstruierte Mischmaschinen gebracht. Das gemischte Material wird auf eigenen dampfgeheizten Walzen (Kalandern) komprimiert und in heißem Zustande auf eine Teilmaschine gebracht, auf welcher es in gleichmäßige Blatten im Gewichte von je 120 Gramm geschnitten wird. Das so zugeschnittene Material gelangt sodann in den eigentlichen Preßraum, in welchem eine ganze Anzahl von hydraulischen Pressen die weitere Verarbeitung des Materials besorgt. Da die Blatten die Teilmaschine in hartem Zustande verlassen, müssen sie vorerst, um wieder knetbar gemacht zu werden, erwärmt werden. Zu diesem Zwecke gelangt nun die Masse auf einen Heiztisch, und zwar zugleich mit den Matrizen, welche sich in einer genau passenden Gußstahlform befinden. Nachdem Masse und Matrizen die erforderliche Temperatur erreicht haben, wird die eine Matrize mit dem entsprechenden Etikett versehen und auf dieser Matrize die inzwischen mit der Hand nochmals durchgeknetete Masse ausgebreitet. Hierauf wird das zur zweiten Matrize gehörige Etikett samt Matrize daraufgelegt. Beide Formen kommen sodann in die hydraulische Presse, welche das zwischen den Matrizen befindliche Material mit einem Druck von mehreren tausend Kilogramm zusammen gepreßt. Hier verbleiben die Formen einige Minuten und werden, sobald sie erkaltet sind, aus der Presse herausgenommen. Der hier beschriebene Prozeß wiederholt sich bei jeder einzelnen Platte.
Wenn die Platte, welche jetzt schon das Aussehen einer gewöhnlichen Schallplatte besitzt, aus der erkalteten Form herausgeschlagen ist, sind nur noch die Ränder auf speziell hierzu konstruierten Schleifmaschinen mittelst Bimsstein oder Schmirgel abzurunden und glätten. Die Platten gelangen in einen Proberaum, wo sie nach jeder Hinsicht einer eingehenden Prüfung unterzogen werden, und jede Platte, welche auch nur den geringsten Fehler (Aufnahme- oder Pressefehler) ausweist, wird vernichtet und wieder als Rohmaterial zur Herstellung anderer Platten verwendet. Infolge dieser genauen Prüfung verlassen tatsächlich nur die technisch vollkommensten die Fabrik der Herren Schiff & Co..
Die von uns befragten Händler geben einstimmig und unumwunden zu, daß die in dieser Fabrik hergestellten Schallplatten hervorragend guter Qualität sind. Es ist festgestellt worden daß Platten, nachdem sie bereits 150 Mal abgespielt worden waren und infolgedessen bereits ein graues Aussehen bekommen hatten, noch den gleichen starken Ton und Wohlklang besaßen wie neue Platten.
Die Originalaufnahmen von Künstlern und Kapellen, welche für diese Fabrikation notwendig sind, werden von dem Ingenieur J. D. [= John Daniel] Smoot durchgeführt. Die Aufnahmeräume stehen im Zusammenhang mit den erst vor kurzem auf das Eleganteste und Geschmackvollste neu eingerichteten Verkaufs- und Expeditionsräumlichkeiten der Firma “Odeon” Herm. [= Hermann] Maaßen die sich im Hochparterre und Mezzanin des Hauses I. Kärntnerstraße 45 befinden. Der Besuch dieser Räumlichkeiten empfiehlt sich auch dann, wenn man nicht auf den Platteneinkauf reflektiert, sondern nur die Absicht hat, sich zu orientieren, welche Fortschritte in dieser Industrie zu verzeichnen sind. Bei dieser Gelegenheit wird man nicht nur über die Vielseitigkeit des Gebotenen staunen, welche jedem Geschmack gerecht wird, als vielmehr über die Natürlichkeit des Tones, mit welcher die verschiedenen Musik- und Gesangsaufnahmen reproduziert werden. Mancher, der eine Antipathie gegen Sprechmaschinen hat, weil er nur Gelegenheit hatte, minderwertiges Fabrikat zu hören, wird von dieser Antipathie geheilt sein, wenn er in den Räumlichkeiten der Firma „Odeon“ Herm. Maaßen das österreichische Fabrikat der Firma Schiff & Co. angehört hat, und wird zu der Einsicht kommen, daß es wohl möglich ist, sich mit geringen Kosten, einen vollendeten Kunstgenuß auch im eigenen Heim noch heimischer zu machen.
Herr Hermann Maaßen war der Erste in Österreich-Ungarn, welcher doppelseitige Schallplatten zum Verkauf gebracht hat, und ihm ist es in erster Linie zu danken, daß sich das Publikum heute den durch Sprechmaschinen vermittelten Musikgenuß um den halben Preis verschaffen kann. Die genaue Kenntnis der Wünsche und Anforderungen der Kundschaft hat Herrn Maaßen veranlaßt, den Alleinverkauf der doppelseitigen Odeon- und Jumbo-Platte für das österreichische Territorium, mit Ausnahme von Böhmen, Mähren und Schlesien, zu übernehmen. Trotzdem Herr Maaßen ein Reichsdeutscher ist, darf es hauptsächlich seinem Drängen zugeschrieben werden, daß die Platten heute in Österreich selbst fabriziert werden, weil er die richtige Ansicht vertrat, daß nur auf diese Weise die Novitäten schnell herausgebracht werden können und das österreichische Publikum stets ein aktuelles Repertoire zur Verfügung hat. Die Erfolge der letzten Jahre haben Herrn Maaßen recht gegeben. Das österreichische Fabrikat „Odeon“ und „Jumbo“ dominiert in der Gunst des Publikums und daher auch bei dem Händler.
Außer den Marken „Odeon“ und „Jumbo“ führt Herr Maaßen noch eine ganz besondere Spezialität, das sind die „Fonotypia Platten“. Das Repertoire dieser Platten setzt sich zusammen aus Aufnahmen internationaler, hauptsächlich italienischer Künstler, von denen viele einen Weltruf besitzen, wie Anselmi, Barientos, Bonci und viele andere, sowie Aufnahmen von Kubelik und manchen anderen berühmten Virtuosen.
Den Alleinverkauf der in Schwechat erzeugten „Odeon-“ und „Jumbo-Platten“ besorgen noch weiter: in Ungarn und Siebenbürgen die Firma Schiff és Társa, Budapest, IV, Ferencz József Rakpart 34; in Kroatien, Slawonien, Dalmatien, Bosnien und Herzogewina die Firma Schiff i Drug, Agram, Gunduliceva ulica 8; in Böhmen, Mähren und Schlesien die Firma Schiff a Spol[ecnost], Prag, Wenzelsplatz, welche durch ihre Verbindung mit der die Fabrikation besorgenden Firma Schiff & Co. in Schwechat in der Lage sind, die neuesten Erfindungen auf diesem Gebiete in vollendeter Form zu bringen.
(source: Österreichs Illustrierte Zeitung, Heft 6, Seiten 153-156, 8 Nov 1908)



(2)
See Lindström Report (of January 1912):
For Austria their [= Odeon’s] records are pressed by Schief [= Schiff] with whom they have a contract ending April 1912.
Schief has 15 presses and one pair of rollers. His factory is at Schwechat near Vienna.


Phonographische Zeitschrift 11. Jahrg. No. 21, p. 489 (1910)
 
 
Phonographische Zeitschrift 11. Jahrg. No. 35, p. 821 (1910)
 
 
Phonographische Zeitschrift 12. Jahrg. No. 2, p. 27 (1911)
 
 
Phonographische Zeitschrift 14. Jahrg. No. 50, p. 1101 (1913)




NOTES

  • Letter of 4 December 1906 from Karl Friedrich Vogel (Vienna) to Theodore B. Birnbaum (London) (source: EMI)
  • Schiff & Cie, Schwechat bei Wien (in Phonographische Zeitschrift 11. Jahrg. No. 21, p. 489)
  • Wien VIII (in Phonographische Zeitschrift 11. Jahrg. No. 35, p. 821)
  • Schiff & Cie, Schwechat bei Wien (in Phonographische Zeitschrift 12. Jahrg. No. 2, p. 27)
  • Klein-Schwechat (Niederösterreich). Schiff & Co. (in Phonographische Zeitschrift 14. Jahrg. No. 50, p. 1101)
  • Lindström Report (of January 1912) (source: EMI}
  • Ein neuer österreichischer Industriezweig. Näheres über die Fabrikation der Schallplatten in Österreich (in: Österreichs Illustrierte Zeitung, Heft 6, Seiten 153-156, 8 Nov 1908)
  • Freiwillige Fabriksfeuerwehr Schiff & Co. (in: Der neue Bezirksbote, 2. Jahrgang, Nr. 40 (of 14 Oct 1900, Schwechat)
  • Die Österreichisch-Ungarische ...... (p. 91)
  • Die Tonträger in Österreich von 1900-1918 by Stefan Galoppi. Dissertation, Vienna University (1987)


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